Gesundheit: Ein lebenslanges Thema

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Gesundheit, Gesundheitserhalt oder Genesung gehören für die Menschheit zu den wichtigsten Themen und Besorgtheiten. Ein bestimmtes Maß an Gesundheit ist die Grundvoraussetzung für ein qualitativ hochwertiges und möglichst gesundes und langes Leben. Demzufolge sind im Laufe der Geschichte der Menschheit immer mehr professionelle Strukturen und Einrichtungen entstanden, welche sich mit dem Thema Gesundheit beschäftigen. Personen und Einrichtungen, die sich mit der Gesundheitserhaltung der Bevölkerung und der Behandlung von Krankheiten befassen, erschaffen den Kern des Gesundheitswesens. Das Gesundheitswesen begleitet jeden einzelnen Menschen das ganze Leben lang: Ärztliche Behandlungen, Impfungen, Kuren und viel mehr sind nur einige der zahlreichen gesundheitsbezogenen Leistungen welche Menschen im Laufe des Lebens in Anspruch nehmen. 

 

Gesundheit: Eine politische Angelegenheit

Die Themen Gesundheit und medizinische Bürgerversorgung sind seit der Entstehung der modernen Industriegesellschaften in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts zunehmend zu bedeutenden politischen Angelegenheiten geworden. Seit mehr als 150 Jahren hat der Staat durch Gesetzerlasse Gesundheitsbereiche geregelt, Institutionen errichtet sowie Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten festgelegt. Ein zentrales Element, dass die Entwicklung des deutschen Gesundheitssystems besonders geprägt hat, ist die Einführung der gesetzlichen Krankenversicherung durch die Sozialgesetzgebung unter dem deutschen Reichskanzler Otto von Bismarck im Jahr 1883 gewesen.

 

Dynamische Entwicklung des Gesundheitswesens

Nicht nur die Staatsaktivitäten und die Anstrengungen seiner Institutionen haben dazu beitragen, dass das Gesundheitswesen gegenwärtig zu einem der bedeutungsvollsten gesellschaftlichen Teilsysteme und Wirtschaftzweig geworden ist, sondern auch die rasante Entwicklung des medizinischen Fortschritts, die gedeihliche Vielfalt gesundheitsbezogener Erzeugnisse, Dienstleistungen und Anbietern, sowie die konstant wachsende Nachfrage der Bevölkerung nach Gesundheits- und Pflegeleistungen. Die Relevanz des Gesundheitswesens in der Gesellschaft wird in den nächsten Jahrzehnten  insbesondere wegen folgenden Faktoren weiter zunehmen:

  • Die demografische Entwicklung: Die Menschen werden immer älter und benötigen verstärkt medizinische Versorgung, Unterstützung, und Pflege.
  • Die rasante Innovationsentwicklung der Medizintechnik und Pharmaindustrie erhöhen stets das Angebot neuer Behandlungsmöglichkeiten.
  • Das gesellschaftliche Gesundheitsverständnis und das individuelle Körper- und Gesundheitsbewusstsein sind im Wandel. Die Bereitschaft mehr Geld in die eigene Gesundheit zu investieren, steigt bei vielen Menschen. Die Folge: Auch weitere Gesundheitsbereiche wie Fitness, Wellness und Ernährung profitieren heute ganz stark davon.

Die steigende Nachfrage wegen des demografischen Wandels und die rasante Entwicklung des medizinischen Fortschrittes geben Grund zum Anlass, dass zukünftig zahlreiche neue Arbeitsplätze geschaffen werden können. Unabdingbare Voraussetzung für solch eine Entwicklung ist aber, dass einige Strukturen des Gesundheitswesens reformiert werden.
Bereits heute sind etwa 4,3 Millionen Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt, das entspricht 13 Prozent aller Erwerbstätigen. Die meisten Branchenbeschäftigen sind in der ambulanten oder stationären Versorgung tätig. Zur ambulanten Versorgung gehören vor allem Arzt- und Zahnarztpraxen, Apotheken und Pflegedienste. Zur stationären bzw. teilstationären Versorgung zählen insbesondere Krankenhäuser und Einrichtungen für Vorsorge, Rehabilitation oder Pflege. Zusätzliche  Arbeitgeber sind die medizintechnische Branche und die Pharmaindustrie, sowie die Rettungsdienste, der Gesundheitsschutz und Krankenkassen.

(Quellen: Bundeszentrale für politische Bildung, www.bpb.de/gesundheitspolitik; Bundesregierung, www.bundesregierung.de)

 

Perspektiven für die Branche

Nach einer Branchenanalyse der Deutschen Industriebank und der Prognos AG wird bis zum Jahr 2030 mit einem Anstieg der Bruttowertschöpfung um 50 Prozent gerechnet. Ein Wachstum, das laut den Experteneinschätzungen etwa 700.000 neue Arbeitsplätze schaffen wird (Quelle: Bundesregierung, bundesregierung.de).

Nach den Ergebnissen einer Studie zu den Zukunftsperspektiven der deutschen Wirtschaft im Jahr 2020 von McKinsey & Company besteht in der Gesundheitsindustrie Wachstumspotential nicht nur im öffentlichen Gesundheitswesen, sondern auch in der Pharmaindustrie, Medizintechnik und vielen weiteren Teilbranchen. Allein die zunehmende Nachfrage nach gesundheitsbezogenen Erzeugnissen und Dienstleistungen wird für ein kontinuierliches Wachstum der Branche sorgen.
Um dieses Potential zu erschöpfen, müssen bestimmte Wachstumsdämpfer aufgelöst werden. Nach der Studie von McKinsey und Company geht es vor allem um das Problem der Finanzierung des Gesundheitswesens. Hierbei werden folgende Lösungsvorschläge genannt: Die Festsetzung eines einkommensabhängigen GKV-Beitrages, ein Selbstbehalt bei geringeren oder medizinisch nicht zwingenden Gesundheitsausgaben, sowie auf Wunsch eine private Absicherung für Zusatzleistungen. Somit soll das Solidarprinzip mit Anreizen für gezielten Entscheidungen des einzelnen Bürgers bezüglich der Nachfrage verbunden werden. Zudem sind Deregulierungsschritte erforderlich, damit Wachstumsanstöße gesetzt werden und erschwingliche Voraussetzungen für neue Ansiedlungen, Forschung und geographische Ausdehnung geschaffen werden.

Wenn solche Handlungen vollzogen werden, kann die deutsche Gesundheitsbranche mit einer Wertschöpfungssteigerung um 3,3 Prozent im Jahr und einem Beschäftigungsanstieg um 1,9 Prozent im Jahr rechen. Fazit: Die Gesundheitsbranche könnte im Jahr 2020 eine der wichtigsten Wachstumssäulen der gesamten deutschen Wirtschaft werden.

(Quelle: Deutschland 2020, Zukunftsperspektiven für die deutsche Wirtschaft, www.mckinsey.de)


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